10.08.10
Fahrspaßmenge versus Spritverbrauch
Ich erzähle euch hier nichts Neues, aber mir ist es eben aufgefallen und als kleiner Notizzettel für mich selbst tut’s ein Blogpost allemal.
Worum geht’s? Leo Laporte macht seit kurzem Werbung für Ford. Genauer gesagt für den neuen Ford Fiesta 2011. Dieser ist sehr genügsam, was den Spritverbrauch angeht. Pro Gallone fährt er nämlich [Zahl, die ich nirgendwo wiedergefunden habe here] Meilen weit.
Ein deutscher Ford Fiesta braucht hingegen 7,3l Benzin, um 100km weit zu fahren. You see the difference (außer, dass man bei Ford Deutschland den Treibstoffverbrauch auf Anhieb findet)?
Der individuelle Treibstoffverbrauch wird in Amerika und in Deutschland mit zwei unterschiedlichen Größen gemessen. In Amerika fragt sich der Käufer: Wie weit komme ich mit einer Gallone Sprit? Oder: Wie viel Fahrspaß bietet mir der Schlitten? In Deutschland fragt man: Wenn ich 100km weit fahren möchte, wieviel Benzin kostet mich das?
Die Maßeinheiten sind wahrscheinlich schon ein knappes Jahrhundert alt, trotzdem lässt sich daran ein wenig die aktuelle Mentalität der Amerikaner ablesen.
6.08.10
How Android is open
Und da hat John Gruber wieder einmal verdammt recht.
This is where I’d normally make a wry joke about how great it is that Android is “open”, but I won’t.
It is a good example of how Android is open, though. In many ways, its openness is from the perspective of the carriers. The carriers can (and do) take Android and modify the default UI appearance.
Dessen muss man sich einmal bewusst werden. Abseits des offenen App-Markts gibt es für den Endnutzer tatsächlich keine Vorteile von der Offenheit Androids. In the long run könnte das schon anders aussehen. Denn falls Android wirklich das Windows der Smartphones werden sollte – was ich für naheliegend halte -, dann ergeben sich daraus auch die bekannten Vorteile. Wettbewerb unter den Android-Carriern zum Beispiel als Innovationsmotor. Als Windows-Nutzer kann man sich heute außerdem sicher sein, dass jede Hardware mit dem eigenen System kompatibel ist.
Das Problem der vorinstallierten Crapware sollte sich eigentlich in den Köpfen der Marketingsarschlöcher von Mobilfunkbetreibern und Vendors lösen. Würden diese einmal begreifen, dass sie sich mit derartigem Dreck selbst ins schon mit Schusswunden übersäte Bein schießen, wäre schon viel gewonnen.
6.08.10
Die Konferenz der Tiere

Ich habe im Winter 2009 diesen Trailer zu einer Zweitverfilmung Kästners „Die Konferenz der Tiere“ gesehen und war beeindruckt. Die loopartigen Klavierklänge und die einzigartig dramatische Stimme Otto Sanders waren der Hauptgrund für die Gänsehaut, die ich jedes Mal verspürte, wenn ich den Trailer sah. Das selten gesehene Zusammenspiel von Animationsfilm-Ästhetik und Ernsthaftigkeit überwältigte mich. Die ersten sieben Sekunden. Man sieht einen Schwarm Vögel über der New Yorker Skyline. Das Wetter bewölkt. Die Stimmung schwer beschreibbar. Es schwingt etwas Resignation und doch auch Trotz mit. Die achte Sekunde. „Ihr habt getötet und geraubt und alles um euch herum zerstört“. Dieser Satz bricht sofort mit dem gewohnten Flair sämtlicher Blödel-Animationsfilme und kommt dennoch nicht völlig unerwartet.
Langsames Überblenden über schwarz zur nächsten Szene. Der folgende Satz ändert die Stimmung. Hilflosigkeit im Ton einer Bitte. Nächstes Überblenden … Ich könnte jeden Satz auseinandernehmen und erzählen, wie großartig das alles ist.
Und dann das vermeintliche Abschlussbild, herrlich. Typografie, Farben, die gesamte Atmosphäre, herrlich.
Doch was zur Hölle ist das? Ein verschissener Ice Age-Charakter taucht auf und ist einer nervigen Stimme habhaft. Der Trailer ist zu Ende, verpiss’ dich du Arschloch! Beim ersten Mal habe ich überhaupt nicht realisiert, was das hässliche Vieh überhaupt sagte, so ruppig riss man mich aus dem Glauben an einen Animationsfilm mit Potenzial zum Gutwerden. Ich hatte Angst, mir die Szene noch einmal anschauen zu müssen, denn ich ahnte es schon. Das sah nicht nur aus wie Ice Age, das war Ice Age. Fuck. Irgendwie hatte ich ein schlechtes Gefühl.
Die wenigen Youtube-Kommentare drückten ausnahmsweise einmal das aus, was auch ich dachte. Da hat man den Trailer zu einem Animationsfilm, der vielleicht einmal nicht ausschließlich scheiße werden könnte und dann dieser Dämpfer am Schluss. Man sprach sich gegenseitig Mut zu, doch eigentlich wusste man, dass es gelaufen war.
Kleiner Abschweif: Tatsächlich muss man sich einmal bewusst werden, wie abgrundtief scheiße jeder (pure) Animationsfilm der letzten sechs Jahre ist. Ich kann mir nicht erklären woran das liegt. Vielleicht an der Annahme, dass Animationsfilme für Kinder sein müssen und Kinder dumm sind und auf einfachen „Humor“ stehen. Kuscheln und Herumalbern, aber bloß nicht aus dem rosaroten Traum wecken. Tiere sind süß und knuffig und fressen sich gegenseitig am Ende doch nicht, weil sie ja so süß und knuffig sind. Hässliche Fabelwesen sind total hässlich, aber immer gutmütig und haben deshalb trotzdem die besten Freunde der Welt. Es gibt böse Menschen, welche Spielzeug nur kaputt machen wollen, aber die guten Menschen überwiegen. Die Eiszeit war zwar cool, aber Klimaveränderungen sind doch auch super und Goliath verliert am Ende, der kleine Underdog-David gewinnt. Yeaaah.
Bei der ganzen Scheiße-Produktion beteiligt sich im Übrigen jede Schmiede. Constantin Films, Pixar, Dreamworks. Da nimmt sich keiner was.
Ich kann diese Filme nicht mehr ab. Filme, die von Anfang an darauf ausgelegt sind, dass sie die Lachmuskeln fordern, triggern bei mir eher den berüchtigten Würgreiz. Ich habe bei Sin City wahrscheinlich öfters ernsthaft gelacht als bei all’ diesen Filmen zusammen. Die Begriffskombination „verfickt beschissen und überhaupt gar nicht gut“ ist bekanntermaßen sehr subjektiv und äußerst dehnbar, aber Animationsfilme geben sich anscheinend von alleine alle Mühe, auf diese Beschreibung im Genausten zuzutreffen. (Einzige Ausnahme fairerweise: Wall-E. Da hat zum Glück auch niemand einen lustigen Film versprochen.)

Jedenfalls habe ich dann vor ca. drei Wochen den zweiten Trailer gesehen. Die Befürchtungen bestätigten sich; es ist sogar noch schlimmer als man zunächst annahm, dass es überhaupt jemals werden könnte. „Schade!“, schreiben sie dieses mal unter das Video, die Kommentatoren. „Schade, das hätte ein Film werden können, der das Thema endlich einmal ernst nimmt.“. Sehr große Enttäuschung machte sich breit.
Den Genickstoß verpasste mir dann der Kino-Trailer. Gefühlte vierhundert Minuten Ice Age und zu den Schimpfwörtern, die aus meinem Munde strömten und sich maschinengewehrkugelartig aneinanderreihten als gäbe es kein Morgen mehr, iekste es aus allen Ecken des Kino 9 „oh wie süß“, was letztlich dazu führte, dass ich mich ebenso hilflos und resigniert fühlte wie die Stimme Otto Sanders im ersten Trailer. Die Phase des Enttäuscht-Seins hatte ich hinter mir gelassen. Enttäuscht war ich am Ende des ersten Trailers, vollkommen enttäuscht war ich beim zweiten Trailer. Nein, Enttäuschung bringt man jemandem oder etwas entgegen, das man respektiert. Die Kooperation mit dem WWF ist im Nachhinein wahrscheinlich das lustigste am ganzen Film. Und mit lustig meine ich erbärmlich.
Als jemand, der für das ganze Umweltkatastrophenproblem einen signifikanten Teil seines Lebens umgekrempelt hat, und nur deshalb zurecht behaupten kann, ihm liege die Umwelt am Herzen, empfinde ich schließlich nur noch Wut und Hass und kotzen muss ich.
1.08.10
Webapplikationsbrowsing mit Chromium
Die Möglichkeit, eine Webapplikation in ein eigenes Fenster zu packen und dabei auf Browserbuttons und Adresszeile zu verzichten, wird seit längerem schon von Prism geboten. Wer unter Linux eine Entsprechung in Webkit sucht, findet diese in folgendem Aufruf:
chromium-browser --app=http://google.com/reader/view
Der Chromium-Browser wird damit im App-Modus gestartet. Die übergebene Adresse wird gerendert und das Resultat nur von einer Fensterleiste überdacht.
Sehr sinnvoll, Chromium dem Gecko-Browser Prism vorzuziehen, denn Webkit ist die schnellere und fähigere Engine, was vor allem bei Webapplikationen wie Google Docs ins Gewicht fällt.
via minimal linux via onethingwell
1.08.10
Die Zukunft der Spaltenlayouts
Meine fünfteilige Themenserie zu CSS3-Spaltenlayouts ist fertiggestellt. Sie besteht aus einem Übersichtsartikel und je einem Beitrag zu den jeweiligen Modulen.
- Die zukünftigen Möglichkeiten
- Das Flexible Box Layout-Modul
- Flexibler Textumbruch mit dem Multi-Column-Layout-Modul
- Das Grid Positioning-Modul
- Das Template Layout-Modul
Wem das alles zuviel Lesestoff ist, der kann sich auch nur das Flexible Box Layout-Modul und Multi-Column anschauen. Diesen beiden gehört die Zukunft und dank des recht gut ausgebauten Browsersupports sogar teilweise die Gegenwart. Das Grid-Modul sehe ich langfristig als ein Muss. Ohne eine Möglichkeit, Objekte im Rastergefüge ordentlich zu platzieren fehlt ein wichtiger Teil. Leider ist das Modul nirgendwo implementiert und die Spec ansich ist unter aller Kanone.
Flattr
Blogrolle
- Björn Seibert
Webdesign & Rest - Gerrit van Aaken
Webdesign & Rest - Jeffrey Zeldman
Semantisches Web - Mathias Schäfer
Webstandards & so - Nico Brünjes
ZEIT-Website-Mensch - Peter Kröner
Webdesign, Rants & Rest - Stefan Münz
Zur Zukunft und Gegenwart des Web
Podroll
- Boagworld
Paul Boag & Marcus Lillington - Chaosradio Express
Tim Pritlove und Gäste - Medienradio
Podcast über Medien (srsly!) - mobileMacs
Apple - Technikwürze
Webdesign & Rest - This Week in Google
Google and the Cloudiverse
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