16.12.09
Benimmregeln für Umfragen
Nach den Benimmregeln für Captchas die ich einst in der grauen Anfangszeit dieses Blogs zusammenstöpselte, folgen nun ein paar Gedankenanstöße, die in eine ähnliche Richtung, bezogen auf umfangreiche Umfragen gehen. Anlasser war diese A List Apart-Umfrage, die in den letzten Tagen jeder Webdesigner durchlaufen zu haben scheint.
Zuallererst: Was unheimlich wichtig, und dabei so trivial ist: die Fortschrittsanzeige. Das haben in teils sehr schwacher Form alle Umfragen – zum Glück. Aber anstatt nur irgendetwas, seien es Seitenzahl, verbleibende Fragen etc, auszugeben, sollte man vor allem bei längeren Umfrageformularen meiner Meinung nach eine Zeitangabe mitliefern. Ganz am Anfang sollte man als Benutzer erfahren, ob man sich zwei Minuten, eine halbe Stunde oder fünf Wochen Zeit nehmen muss. Danach kann es ausreichen, wenn man nur noch mit Prozentwerten abgespeist wird.
Vorraussetzung für eine seitenbasierte Fortschrittsanzeige wie bei der ALA-Umfrage ist dann aber auch, dass sich die einzelnen Seiten in ihrem geforderten Zeitaufwand nicht allzu stark unterscheiden.
Benimmregel Nummer zwei ist nicht ganz so trivial und deshalb auch seltener beachtet. Wenn ich mich als Benutzer schon auf eine solche zeitaufwändige Umfrage einlasse, möchte ich zu Beginn der Prozedur wissen, was passiert, wenn ich die Umfrage nicht abschließe, sondern mittendrin abbreche. Meist ist es nicht möglich, unvollständige Datensätze auszuwerten. Dann soll man das aber auch bitte deutlich machen.
Wir bitten Sie, die Umfrage nicht abzubrechen. Unvollständige Datensätze können nicht gespeichert und ausgewertet werden und sind daher nutzlos.
Auch, wenn man den Luxus anbieten kann, unvollständig ausgefüllte Formulare zu speichern, sollte man dies erwähnen. Ich fühle mich als Umfragenabbrecher sonst womöglich ungerechtfertigterweise schuldig, obwohl doch das, was ich bis zum Abbruch beantwortete, trotzdem geholfen hat. Man kann den Hinweis ja so formulieren, dass man das frühzeitige Abbrechen nicht direkt heraufbeschwört bzw. sich der Befragte geradezu aufgefordert fühlt, den Tab zu schließen.
Natürlich gibt es noch Unmengen an weiteren beachtenswerten Regeln bei der Umfragenbastelei. Ich wollte aber keine komplette Abhandlung zu dem Thema schreiben, sondern nur ein paar Stichpunkte anführen.
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