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18.04.10

Drei Wochen mit dem Motorola Milestone

Vor ca. vier Wochen kaufte ich mir dieses kleine Stück Smartphone, mit dem ich mich mittlerweile seit drei Wochen in der Öffentlichkeit zeige. Zeit für einen kurzen und wie immer äußerst subjektiven Testbericht.

Tastatur eingefahren

Der Formfaktor

Die Zeit, die das iPhone in der Rundlutschmaschine™ zubrachte, hatte man bei dem Milestone dazu verwendet, es aus dem Granitbergwerk zu meißeln. Mir persönlich gefallen die harten Kanten; im Gegensatz zum Palm Pre oder dem iPhone kann man jedoch bei dem Telefon nicht von einem Handschmeichler sprechen. Das bedeutet nicht, dass es nicht gut in der Hand liegt. Das tut es, was aber vor allem der leicht gummierten Rückseite zu verdanken ist.

Mit der ausziehbaren Tastatur tippt es sich ganz ordentlich, doch das ist gar nicht das Key Feature. Mit ausgezogener Tastatur hält sich das ganze Gerät sehr viel angenehmer, was bei mir dazu führt, dass ich das Ding sehr oft im Landscape bediene. Auch, wenn die Tastatur selbst nicht zum Einsatz kommt.

Tastatur ausgefahren

Akku

Nachdem ich am Anfang noch dachte, ich müsse mir einen Zweitakku zulegen, um durch den Tag zu kommen, hat sich die Situation nach drei bis vier Ladezyklen deutlich gebessert. Nun kommt eine volle Ladung bei exzessiver Nutzung auf ca. 12 Stunden. Das genügt mir.

Der Androiden-Pinguin unter der Haube

Das Gerät hat zum einen wegen des Preises, zum zweiten aber auch wegen meiner Neugierde gegenüber dem Android-Betriebssystem den Vorzug vor einem iPhone bekommen. Das Google-Betriebssystem basiert immerhin auf dem Linux-Kernel, steht unter der Apache2-Lizenz und ist damit offene Soße! Ethisch können da die Apple-Absolutisten nicht mithalten, qualitativ sieht der Spaß leider noch etwas gegenteiliger aus.

Bedienbarkeit und UI

An die Bedienbarkeit des iPhones kommt das Milestone – und damit wohl alle Android-Geräte – bei weitem nicht heran. Ich werfe nur ab und zu, wenn sich die Gelegenheit bietet, einen Blick auf ein iPhone oder einen iPod Touch, doch es zeigt sich auch in so kurzer Zeit der deutliche Unterschied. Der Fokus beim iPhone OS liegt bei der Benutzbarkeit. Gesten, Buttons, Feedback, kurz: alles ist fein optimiert. Beim Android scheint der Fokus noch zu stark auf etwas anderem zu liegen. Was das ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Jedenfalls ist die Benutzbarkeit bestenfalls befriedigend.

Es wird behauptet, Sprache sei kein gutes Mittel zur Bedienung eines Geräts. Das glaube ich nicht, denn man hat auch einmal vor langer Zeit gedacht, Touch wäre ungenießbar. Das iPhone nimmt aber die Gesten des Benutzers so auf, wie dieser sie ausführt und macht daraus das, was man auch von physischen Objekten gewohnt ist. Der Benutzer muss sich nicht verstellen. Das ist heute noch das Problem der Sprachführung. Um ein Telefon mit Sprache zu bedienen, muss man sich sehr verstellen. Man muss deutlich sprechen, seinen Dialekt unterdrücken und darf überhaupt nur so reden, wie es das Muster zulässt. Solche vorgeschriebenen Muster gibt es auch noch bei Multitouch auf dem Milestone und anderen Android-Geräten. Anstatt dass das Ding auf meine Gesten so reagiert, wie ich es erwarten würde, muss ich mich anstrengen, die Eigenheiten des Geräts erlernen und danach handeln. Bitte anders herum!

Multitasking

Aber es gibt auch angenehme Dinge. Vor kurzer Zeit wurde als neues Feature im iPhone OS 4 Multitasking angekündigt. Die Androiden haben das schon und auch wenn es vielleicht nicht die allerbeste Lösung ist, einfach mehrere Programme nebeneinander laufen zu lassen, es ist einfach gut genug. Beim iPhone machen sich ob des Performance-Verlusts alle in die Hose, weshalb sich die Apple-Ingenieure ganz tolle Tricks einfallen lassen haben, um Multitasking irgendwie ganz arg dolle hinzubekommen. Natürlich wäre eine derlei sophistizierte Ausgestaltung schon auch auf den Android-Geräten ganz nett, aber man hat als Androide das Feature dafür eben schon jetzt, während man von einem Performance-Verlust nicht einmal aktiv etwas bemerkt.

Der Bildschirm

Ist awesome. Viel mehr kann man dazu nicht sagen. Zu bemängeln wäre vielleicht, dass das Format sehr breitbildig daherkommt. Das ist für lange Listen sehr angenehm, der Landscape-Modus leidet aber etwas darunter. 854×480 Pixel sind auf jeden Fall ein Wort. eBooks lassen sich auf dem Teil hervorragend konsumieren und die Helligkeitsanpassung funktioniert tatsächlich ohne dass man es merkt.

Die Kamera

Ist nicht gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Ich benutze sie fast ausschließlich, um Blätter zu „scannen“ und abzuspeichern. Es kommt manchmal nur etwas unverschämt rüber, wenn man ein Dokument, das man gerade erst bekommen hat kurz abfotografiert und danach sofort in den Müll schmeißt.

Die Google-Integration

Wenn man GMail benutzt, seine Kalender bei Google Calendar verwaltet und mit Google Talk talkt, fühlt sich ein Android unheimlich gut an. Einmal den Accountnamen und das Passwort eingetippt, syncen sich sofort alle Kontakte und Mails, welche übrigens von Google gepusht werden. Die Kontaktliste ist schön aufgeräumt und mit einem kurzen Touch öffnet sich eine Google Talk-Konversation. Schön, das.

Fazit

Die Hardware ist cool. Das Android-Betriebssystem braucht auf jeden Fall in der Bedienung noch etwas Nachhilfe. Aber das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt. Und Fazits zu schreiben nervt, deshalb beende ich das ganz schnell.

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