7.06.10
HTML5-Prefetching
Beim Surfen ruft man eine einzelne Website mit mehreren Inhalten auf und läd diese alle auf einen Schlag herunter. Wenn die Seite geladen ist und man entsprechend lange gewartet hat, betrachtet man diese Inhalte, während die Bandbreite keine weitere Auslastung erfährt. Wie schön wäre es bloß, diese schwallartigen Downloads und die dazwischen liegenden Pausen irgendwie sinnvoll zu vermischen?
Was ich mir schon immer als recht praktisch vorstellte und eigentlich einmal vorhatte in JavaScript zu implementieren, ist mit HTML5 schon Out of the box möglich, wie ich jetzt erfahren habe.
<link rel="prefetch" href="pfad/ressource" />
Der Browser merkt sich die Adresse pfad/ressource und läd den Content in einer ruhigen Minute schon einmal vor. Ob der Benutzer die Ressource später dann auch tatsächlich benötigt, ist zweitrangig, er hat sie jedenfalls schon einmal. Prefetching sollte deshalb natürlich (wie bei allem) sinnvoll eingesetzt werden. Bei einem Blog könnte man zum Beispiel schon einmal den neuesten Artikel cachen.
Wie so vieles, hat das Prefetching auch ein paar Nachteile, so wird wahrscheinlich die Traffic-Auslastung deutlich höher sein, da viele Annahmen in vielen Situationen ins Leere laufen werden, sodass ein Besucher mehr herunterläd, als er tatsächlich bräuchte. Dadurch werden auch Statistiken über Hits und Clicks und was weiß ich, was es da noch alles gibt, etwas verfälscht. Dem kann man aber per Header-Abfrage entgegenwirken, indem man alle Requests, die ein X-moz: prefetch enthalten, gesondert behandelt.
Ich frage mich noch, wie genau der Browser die verfügbare Bandbreite ermitteln soll und ob er nur über seinen eigenen Idle-Status wissend verfügt. Das könnte ein Problem werden, wenn der Browser meint, er könnte frischfröhlich ein bisschen Hintergrund-Ressourcen laden, dabei läuft der Torrent-Client auf Hochtouren.
Der ganze Spaß funktioniert angeblich schon im Firefox und alle anderen Browser sollen recht schnell folgen, and by browsers I mean browsers.
Kommentare [2]
Gerald Brozek (hyperkontext) am 8.06.2010 um 00:19
Der Firefox unterstützt das schon seit Version 1.02.
Ich rate eigentlich dazu, das im Firefox abzustellen. Wie das geht, warum und überhaupt, hatte ich schon vor zwei Jahren mal umfassender aufgearbeitet:
Prefetch im Firefox: Mythos und Wahrheit
Markus Schlegel am 8.06.2010 um 16:59
Wow, dann ist das ja tatsächlich schon sehr sehr alt.
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