21.09.10

Everything shows that Google's design process is broken

Achwas? Das hätte man mit einem Blick auf die anderen Google-Produkte auch schon erfahren können. Dass nicht einmal der Google-Look in sich konsistent ist, lässt schwer vermuten, dass Frontend-Design bei Google nicht gerade Priorität 1 hat. Aber nicht nur die Inkonsistenz nervt; manches ist einfach hirnrissig ansich. Ein kurzer Blick auf die Reader-UI und man fällt schier vom Glauben ab:

Was ist das denn alles? Diese sieben Elemente finden sich unter jedem Artikel, der im Reader am Leser vorbei scrollt und vier davon sind absolut überflüssig. Von rechts nach links:


Tags hinzufügen

Habe ich noch nie benutzt. Es scrollen am Tag ca. 500 Artikel vorbei, davon sind schätzungsweise 80% innerhalb einer halben Sekunde weggeklickt und aus dem Sichtfeld. Das heißt es bleiben noch 100 Artikel, die ich tatsächlich lese oder mir für’s spätere Lesen vormerke. Wenn ich sie gelesen habe, sind sie gelesen. Wenn ich sie mir vormerken möchte, klicke ich auf den Stern. No need for fucking tags here.

E-Mail

E-Mail?! Einen Artikel aus dem Feedleser als E-Mail verschicken?! Das stammt wohl aus der Zeit, als es noch „Diese Seite einem Freund empfehlen“-Links auf Firmenwebsites gab.

Empfehlen und Mit Kommentar empfehlen

Warum muss ich mich auf dieser Stufe schon entscheiden, ob ich an meine Empfehlung noch einen Kommentar binde oder nicht? Warum wird hier ein qualitätiver Unterschied zwischen diesen zwei Arten der Empfehlungen gemacht? Meiner Meinung nach besser wäre folgender Ablauf: Klick auf Empfehlen und der Artikel ist als empfohlen markiert. Gleichzeitig erscheint eine Textbox mit dem Label „Optionaler Kommentar“. Möchte ich nicht kommentieren, lasse ich das Feld frei.

Gefällt mir

Das Google-Äquivalent zum unsäglichen Facebook-Like. Herrlich unsinnig. Wenn mir ein Artikel gefällt, dann empfehle ich ihn. Der Gefällt mir-Knopf ist faule Redundanz. Es hat keinerlei praktische Auswirkungen, ob ich einen Artikel gefälltmire oder nicht. Warum gibt es ihn dann?

Die sieben Buttons ließen sich also meinetwegen gerne auf vier begrenzen. Bei den Tags kann man sich eventuell streiten, denn nicht jeder hat die gleichen Lesegewohnheiten wie ich. Mich würde aber mal interessieren, wer seine Artikel ernsthaft taggt.

Anmerkung zu der halben Sekunde: Okay, hab’s gerade noch einmal nachgemessen, sind zwei Sekunden ;)

Kommentare [1]

Georg am 22.09.2010 um 06:38

Also die Tags sind sinnvoll. Zwar nütze ich das nicht pro Artikel selbst aber pro Feed. Ich habe haufenweise unterschiedliche Feeds, die ich damit gruppiert habe: Von Berufsblogs (wie shopblogger & co), über development, typo3, fun und news. so kann ich mir gezielt das rauspicken zum lesen was sinnvoll ist bzw ich gerade zeit dafür habe. eine eigene kategorie noch für neue feeds damit ich da gezielter schauen kann ob es sich lohnt den blog weiter im abo zu haben.

ansonsten geb ich dir recht

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