10.01.10
Lasst die Smileys Emoticons sein!
Smileys, oder eigentlich Emoticons, sind Gebilde aus Sonderzeichen und Buchstaben, die, wie die Namen bereits erklären, lächeln oder generell Emotionen ausdrücken. Ein Smiley ist laut Wikipedia eine grafische Ausgabe des Emoticon.
Und genau hier liegt das Problem: Jedes Programm, jede Website benutzt ihre eigenen grafischen Grinsegesichter und ersetzt dabei die vom Benutzer eingegebenen Emoticons, die eigentlich genau so viel- oder wenigsagend gewesen wären. Besonders fatal wirkt sich das beim Instant Messaging aus. Der strichpunktierte Semikolon Klammerzu, der beim Absenden der Nachricht noch aufmunternd ein „Du weißt schon, was ich meine. Nimm’s nicht so schwer!“ flüstert, benimmt sich beim Empfänger überheblich herablassend daneben. Die gleiche Nachricht auf einem völlig anderen Client wird dagegen von einem gnädigen Gönner-Smiley begleitet, welches gerade noch so ein Auge zudrückt.
Ein anderes Beispiel wäre Kolon-P. Client A zeigt ihn mit hämischem Grinsen, Client B als verzogenen Sandkastenlümmel, der gerade einem anderen Kind die Schaufel auf den Kopf gehauen hat, während Client C eher jenes Kind darstellt, das die schmerzhafte Begegnung mit der Schaufel am eigenen Leib erfuhr.
Automatisches Ersetzen der Zeichenketten führt also zu unterschiedlichem Inhalt an unterschiedlichen Enden des Kommunikationsstrangs. Wie kann man das beheben? Ganz einfach, indem man Emoticons nicht mehr durch Grafiken ersetzt. Diese gelben Bildchen sind sowieso in nahezu einhundert Prozent der Fälle ein Schwerverbrechen an der Typografie. Normale klammerheimliche Doppelpunkte und Semikolibri sehen oft nicht nur besser aus, sondern haben auch viel stärkere emotionale Ausdruckskraft. Aber vor allem sehen sie in fast jeder Schrift gleich aus.
Also: Emoticons statt Smileys!
Kommentare [2]
adrian_broher am 10.01.2010 um 19:34
Kann es sein das du einen der wichtigsten Punkte vergessen hast?
Dieser Firlefanz sorgt bei minderwerte Implementierungen (und davon gibt es genug) gerne mal dafuer, dass URLs oder sonstige Elemente mit spezieller Syntax geschreddert werden. Mit Plaintext waere das nicht passiert.
Markus Schlegel am 10.01.2010 um 21:08
Ich habe mich in der kurzen Ausführung nur auf den einen, bewusst überzogen formulierten Aspekt beschränkt. Auslöser war ein IM-Gespräch und da ich ja – wie du weißt – „Web 2.0-Krebs“-Mensch bin, wird so etwas gleich gebloggt :P
Kommentar verfassen
Flattr
Blogrolle
- Björn Seibert
Webdesign & Rest - Christoph Koeberlin
Typographie verstehen - Der Spiegelfechter
Zeitgeschehen - Feynsinn
Politisches - Gerrit van Aaken
Webdesign & Rest - Jeffrey Zeldman
Jeffrey Zeldman eben - Mathias Schäfer
Webstandards & so - Nico Brünjes
ZEIT-Website-Mensch - Peter Kröner
Webdesign, Rants & Rest - Stefan Münz
Zur Zukunft und Gegenwart des Web
Podroll
- Boagworld
Paul Boag & Marcus Lillington - Chaosradio Express
Tim Pritlove und Gäste - Elektrischer Reporter
Aufklärung netzpolitischer Themen - Medienradio
Podcast über Medien (srsly!) - Read Between the Leading
Design allgemein - Technikwürze
Webdesign & Rest
Soziale Netzwerke
- Amazon-Wunschliste
Auf dass man mich reich beschenke - dasauge
Profil und Portfolio - Delicious
Social Bookmarking - Formspring.me
Obwohl schon alles über mich gesagt ist. - Google Reader Shared Items
Was ich lese und gut finde - last.fm
Meine Musik - Twitter
Lyrik & Prosa - Xing
Geschäftliches
Twitroll
- @font
Tobias Otte - @freshmango
Dennis Frank - @Herr_Gabriel
Gabriel Shahzad - @netzpolitik
Markus Beckedahl - @timpritlove
Tim Pritlove