Chuck Norris hat ein „Sie haben gewonnen“-Banner angeklickt. Und er hat gewonnen!

18.05.10

Thoughts on flattr

Flattr ist aktuell der heiße Scheiß im Netz. Auch ich habe ja jetzt einen superduper Flattr-Button auf dem Blog. Zwar habe ich schon verlauten lassen, dass Flattr – oder nennen wir es allgemein eine freiwillige Kulturflatrate – wahrscheinlich nicht funktionieren wird. In dem gleichen Atemzug hatte ich aber auch gesagt, dass ich dennoch hoffe, dass das Modell entgegen meiner Prognose zum Erfolg wird.

Flattr befindet sich ja noch in einer geschlossenen Beta-Phase. Man konnte seine E-Mail-Adresse für einen Beta-Invite anmelden und musste dann warten. Endlich kam mein Code. Als ich die Nachricht gezwitschert hatte, war ich gerade inmitten des Registrierungsprozesses. Das erste, was mir sofort auffiel, war die professionelle Art mit der alles gestaltet war. Die Verifizierungs-E-Mails, die man bei so circa jedem Social Media Bla-Portal mit Anmeldung erhält, kommen selten „innerhalb kürzester Zeit“, wie gerne großspurig angegeben wird; bei Flattr kam die Mail noch mit dem Absenden des Formulars. Creepy, aber wahrscheinlich sind die Server einfach noch nicht so ausgelastet. Des weiteren ist das Backend und eigentlich die gesamte Website einfach gut. Erschreckend gut. Alles wirkt so, als hätte da jemand schon seit zehn Jahren an einem Konzept gesessen, dass er nun endlich umgesetzt hat. Allein der Flattr-Button, der in Zukunft wohl auf jedem Weblog zu finden sein wird, ist so präzise designed, dass es mir Angst macht. (Mit Design meine ich hier übrigens das englische Wort und weniger das deutsche)

Einerseits war ich angetan von der Perfektion, die hinter dem Ding steckt, andererseits war ich erschrocken. Die Plattform wirkt zu durchgeplant und vor allem zu fertig. So etwas würde ich nicht von einem Projekt erwarten, das nach Aussage der Macher zum Austesten des Modells ins Leben gerufen wurde. Die Piratebay-Leute, die hinter Flattr stehen, hätte ich gerade wegen der Vergangenheit bei der Bucht weniger als derartige Perfektionisten eingeschätzt. Vielleicht ist die Aussage, man wolle das Modell nur testen und fände es schade, wenn man es überhaupt nicht erst ausprobiert haben würde, auch nur eine psychologische Absicherung im Falle eines Flops. Huch, war wohl nichts, wir wollten es ja ohnehin nur testen. Flattr hat aber eine Aura, die das genaue Gegenteil sagt. Das Modell wird funktionieren, todsicher.

Aber ein bisschen mehr Sloppiness hätte der Plattform meiner Meinung nach sogar gut getan. Perfekt durchgestylte Portale rufen bei mir eher Misstrauen hervor, wohingegen kleine, verzeihbare Schönheitsfehler das ganze Werk sympathisch machen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich – und ich bin bekanntlich bei weitem nicht der einzige – Google mag. Die Dinger, die Google raushaut, sind tatsächlich das: rausgehauene Dinger. Irgendetwas neues in die Welt hinausblasen und schauen was passiert. Obwohl Flattr etwas derartiges nach eigenen Angaben auch sein will, fühlt es sich total anders an.

Kommentar verfassen

Textile-Hilfe

  • *stark*
  • _betont_
  • "Link":http://url.com/
  • bq. Zitatkasten
  • bc. Code-Block
Der Kommentar kann erst abgeschickt werden, wenn man mindestens einmal die Vorschaufunktion aktiviert hat.

Flattr

Blogrolle

Podroll

Soziale Netzwerke

Twitroll