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28.01.10

Zum Beispiel

Eine kleine Regel, die man vielleicht kennen mag, aber nie beachtet und dies auch weiterhin nicht unbedingt tun sollte.

Vor kurzem wurde ich auf drei Zeichensetzungsfehler in einem meiner Artikel aufmerksam gemacht. Zwar hatte Peter Hellinger die Aussage des Artikels nicht ganz verstanden – ich verteidigte nämlich genau diese Verbohrtheit in die alten Regeln der Typografie – trotzdem war ich ihm sehr dankbar, denn diese Kleinigkeiten waren mir zuvor nicht bekannt. Im folgenden gehe ich auf die korrekte Schreibweise der Abkürzung für zum Beispiel ein und möchte gleichzeitig erklären, warum ich empfehle, die Regel bewusst zu missachten.

Zum Beispiel wird bekanntlich mit dem Kleinbuchstaben z, gefolgt von einem Punkt und einem großen B, welches wiederum von einem Punkt verfolgt wird, abgekürzt (z.B.). Naja, fast. Richtigerweise sollte hinter dem ersten Punkt noch ein Leerzeichen stehen.

Da ich das zunächst nicht glaubte, recherchierte ich nach. Im Wiktionary steht, dass das tatsächlich so gemacht wird. Konsequenterweise auch nicht nur bei z.B. sondern bei allen Abkürzungen dieser Form (z.T., z.Z., d.h., …).

Die Abkürzung wird nicht zusammengeschrieben (z.B.), sondern getrennt (z. B.) (außer in Österreich, dort werden von der ÖNORM z.B. und zB als einzige erlaubte Formen angeführt). In elektronischen Dokumenten setzt man anstatt eines Leerzeichens zwischen dem z. und dem B. aber ein geschütztes Leerzeichen.

Mit diesem blöden Absatz gab ich mich aber nicht zufrieden und suchte weiter.

Bei Wikipedia: Tipp des Tages wurde ich fündig. Dort sind 41 kurze Tipps zur Formatierung von Wikipedia-Artikeln aufgezählt. Auch manche orthographische Regel findet man dort. Hier klingt das Ganze auch ein wenig reflektierter und einleuchtender als im Wiktionary.

[…] ohne Leerzeichen? Diese Variante ist unschön und in der Typografie unüblich. Also besser mit Leerzeichen dazwischen, wie bei der Schreibmaschine. Das ist aber auch nicht schön, da der Leerraum zwischen den Zeichen dann zu groß erscheint. Außerdem bricht der Browser, entgegen der deutschen Rechtschreibung, manchmal um: So z.
B.

Genau das dachte ich mir auch: ein ganzes Leerzeichen ist zu viel! Leider nimmt nbsp genauso viel Platz ein wie ein normales Leerzeichen und ist deshalb ebenso ungeeignet. Man erinnert sich vielleicht an das schmale Leerzeichen (thinsp), dieses schützt aber nicht vor Zeilenumbrüchen. Aber auch für diesen Anwendungsfall gibt es ein besonderes Zeichen: der oder das narrow no-break space (#8239).

Zwar wird an der entsprechenden Stelle im Wikipedia-Artikel darauf hingewiesen, dass die Benutzung dieses Zeichens in manchen Browsern zu Darstellungsfehlern führen kann (vgl. thinsp), jedoch habe ich derlei Fehler bei meiner kurzen Testfahrt (Ubuntu-Linux: Chromium, Opera, Firefox) nicht bemerkt. Sogar der w3m, welchem nur der ASCII-Zeichensatz zur Verfügung steht, fällt einfach auf ein normales Leerzeichen zurück.

Letztlich würde ich aber sagen, man sollte z.B. weiterhin zusammen schreiben. Fast jeder tut es und demnach hat sich unser Auge an das Bild gewöhnt. In meinem eingangs erwähnten Artikel habe ich genau solche Situationen deutlich machen wollen: Regeln verändern sich. Wenn es technisch umständlich ist, setzt sich eben die – nach alten Lehrweisen – falsche Form durch. Gerne darf man das narrow no-break space-Zeichen verwenden, der durchschnittliche Leser wird den Unterschied jedoch kaum bemerken und dafür wäre mir der Aufwand zu groß.

Um dem Problem aus dem Weg zu gehen, könnte man das Akronym auch ausschreiben oder einfach beispielsweise schreiben.

Kommentare [6]

Gerrit van Aaken am 28.01.2010 um 11:48

Im professionellen Satz wird ein “Flexibles Leerzeichen” verwendet, das auf jeden Fall kleiner sein sollte als ein normaler Wortzwischenraum, aber freilich größer als 0. Wie breit genau, kann der Setzer selber entscheiden.

Dennis Frank am 28.01.2010 um 14:57

Ich z. B. schreibe, wenn ich denn die Abkürzung benutze, „z. B.“ schon immer mit Leerzeichen und bin dann doch regelmäßig über die zusammengeschriebene Form irritiert. Denn wirklich schön finde ich den fehlenden Freiraum nicht.

Grundsätzlich gönne ich mir aber auch den Luxus auf Abkürzungen innerhalb von Texten zu verzichten. Abkürzungen sind praktische Helfer bei mangelndem Platz, aber nicht schöner als das ausgeschriebene Wort.

Markus Schlegel am 28.01.2010 um 16:23

Ich versuche generell auch, auf Abkürzungen zu verzichten, was aber oft misslingt. Nur “sog.” sollte man meiner Meinung nach immer in dieser Form schreiben. “Sogennante” sieht vielleicht nach einem italienischen, aber keinesfalls nach einem deutschen Wort aus.

Dennis: Bei mir ist es genau umgekehrt. Vielleicht liegt das schon an dem kleinen Altersunterschied (no offense ;).

Ich hab noch einmal kurz nachgedacht: Vielleicht wird die Schreibweise mit dem Leerzeichen auch gar nicht aussterben. Der technische Mangel mit dem fehlplatzierten Zeilenumbruch war für viele Leute auch kein Grund, mit dem elenden Plenken aufzuhören.

Ich habe aber die Hoffnung, dass so, wie ich in der Grundschule gelernt habe, wie man manuell Zeilen im Wort umbricht, irgendwann jeder Grundschüler weiß, wie man im Web mit Zeilenumbrüchen umgeht.

Francesco am 29.01.2010 um 10:54

Ich mache es so wie Dennis, »z. B.« schreibe ich immer mit einem normalen Leerzeichen (Space-Taste) dazwischen. Ist für mich die logischere Variante. Bei »z.B.« stelle ich mir immer vor, dass es ausgeschrieben konsequenterweise »zumBeispiel« heißen müsste … und das ist ja nicht so das Wahre.

Markus Schlegel am 29.01.2010 um 11:41

Bei »z.B.« stelle ich mir immer vor, dass es ausgeschrieben konsequenterweise »zumBeispiel« heißen müsste … und das ist ja nicht so das Wahre.

Das wäre ein Argument, wenn durchgehend alle Akronyme dieser Art mit Leerzeichen geschrieben werden würden. Werden sie aber nicht, siehe beispielsweise q.e.d.

Francesco am 29.01.2010 um 12:33

Dass es kein allgemeingültiges Argument ist, war mir schon klar. Für mich ist es eben ein überzeugendes.

Viel wichtiger ist es eine konsequente Schreibweise an Tag zu legen. In einem Satz »z.B.« und in einem späteren »z. B.« lesen zu müssen, nervt z. B. gewaltig. :-)

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